Wowi meets Jugendnetz – aber richtig!

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gab sich heute die Ehre und besuchte unter all den vielen Messeständen auch den Bereich von jugendnetz-berlin.de in der Education-Halle!

Von einem Pulk aus wichtigen Menschen wurde er zum jugendnetz-berlin.de-Stand geleitet, wo ich ihm einen unserer Hallenpässe übergeben und erläutern durfte. Dann versuchte ich ihn zu einem kleinen Blog-Eintrag zu überreden, den sein Zeitbudget aber leider nicht zuließ, weil er einen Interview-Termin mit dem Team von ALEX hatte, die ihn auf ihre Talk-Couch einluden und zu seinen persönlichen Erlebnissen im Zusammenhang mit der Berliner Geschichte und dem Mauerfall befragten.

Dadurch hatte ich allerdings leider keine Gelegenheit mich mit ihm zu unterhalten und war mit diesem Ergebnis irgendwie recht unzufrieden. Hatte ich mich doch den ganzen Tag über unsere Hallennachbarn geärgert und eigentlich große Lust, mich beim “Chef” persönlich zu beschweren. Außerdem müsste man in ihm für diese Sache ja durchaus einen Verbündeten finden.

Also bin ich kurzentschlossen hinterher und habe ihn noch mal abgepasst um ihm zu sagen, dass es in der Education-Halle zwei Anti-Abtreibungsstände gibt, die sehr interessante Standpunkte vertreten. Das Team von Kaleb, uns direkt gegenüber, verbreitet unter den jugendlichen Gästen in seinem Heft so beispielsweise die Meinung, dass Frauen, die ihre Kinder unehelich gebären, diese offensichtlich nicht lieben können – sonst würde man Kindern so etwas ja nicht antun (”Wird ein Kind außerhalb einer Ehe gezeugt, (…) hat es meist keine guten Zukunftsperspektiven”).

Jungen Mädchen, die den Stand passieren, werden kleine Plastikföten in die Hand gedrückt mit der Bemerkung, dass ihre Kinder bei einer Abtreibung “schon sooo groß sind”. Und nebenbei wird uns noch beigebracht, dass man zwar nichts gegen Schwule und Lesben habe, aber Homosexualität doch schließlich therapierbar und ganz bestimmt nicht ganz “normal” sei!

All dies habe ich Wowi erzählt und gesagt, dass ich das auf einer Jugendmesse für absolut unangemessen halte und mich damit unwohl fühle. Er schien auch ziemlich interessiert, winkte den Messeleiter zu uns, ließ mich das alles noch mal wiederholen und versprach dann sich “darum (zu) kümmern”. Ich habe den beiden dann auch noch ein Heft und ein kleines Plastikbaby aus der Haribo-Kiste des Standes gebracht.

Jetzt darf man gespannt sein, ob was passiert. Ich hab es jedenfalls versucht und bin froh, dass ich noch mal hinterher bin!


2 Reaktionen zu “Wowi meets Jugendnetz – aber richtig!”

  1. Bernd G.

    Bravo Lisa !!! … das du dran geblieben bist. Ich hoffe, deine Intervention zeigt auch Folgen.

  2. rotznase

    Mich würden die Reaktionen der von diesen Kalebs+Co mit Plastikföten “beschenkten” jungen Frauen interessieren …