Archiv der Kategorie ‘Sonntag, 11. Okt‘
Die letzten Zahlen…
11. Oktober 2009, 17:23 Uhr - von IsgardHeute wurden 55 Hallenpässe (also unsere Laufzettel) abgearbeitet und 193 Filmstar-Gewinnspiel-Karten ausgefüllt und bei uns abgegeben.
Das macht für alle drei Tage:
144 Laufzettel
583 Gewinnspielkarten (viele wollten einfach so Karten mitnehmen, weil sie diese so schön fanden).
458 Tweeds (Twitterbeiträge) wurden verfasst
92 Artikel wurden geschrieben
38 Kommentare wurden abgegeben
16 Abgeordnete haben über ihre Erlebnisse rund um den Mauerfall geschrieben
469 Besucher waren auf dem Blog
1728 Klicks auf unseren Seiten
TOP-Artikel waren “Machen Gelbe Seiten sexy?” und “Mosaik live gemalt”, “jugendnetz-berlin.de mag auch Kinder” sowie “Deutsche Bahn-Glück”.
“Biiiiittteeeeee”
11. Oktober 2009, 17:11 Uhr - von FrankSonntagsgewinne
11. Oktober 2009, 16:59 Uhr - von NoraAuch am letzten Messetag konnten wir euch Besucherinnen und Besucher mit Preisen unseres Gewinnspiels nach Hause gehen lassen.
Zu gewinnen gab es heute Fanartikel von Hertha BSC und Turbine Potsdam, New Yorker-Taschen, Fotobearbeitungssoftware, Geschenk-Gutscheine von 123 Skins und ein T-Shirt von Deichkind. Der Hauptpreis war ein DVBT-USB-Stick.
Express Your Culture
11. Oktober 2009, 16:31 Uhr - von Frankeben ging die Preisverleihung des Jugendfotowettbewerbs Express Your Culture in der Schülerlounge zu Ende. An dem von Jugendpresse Deutschland, jugendfotos.de und KJF initiierten Wettbewerb hatten 180 ambitionierte Fotografinnen und Fotografen aus ganz Deutschland teilgenommen.
Der Name des Wettbewerbs ist gleichzeitig das Motto. Was macht Jugendkultur aus? Welche Schnittmengen gibt es mit Pop-, Multi- und Subkultur? Die Jury des Wettbewerbes bewertete Themenbezug, Kreatvität und fotografische Qualitäten der Einsendungen.
Die Gewinnerinnen und Gewinner:
- 1. Tobias Mittman: “Shirtkultur”
- 2. Sylvia Schaffrath: “Esskultur”
- 3. Laura Heinen: “Hände hoch, wir helfen dir”
Tobias kann sich über einen Gutschein für Foto-Equipment im Wert von 250 Euro freuen. Außerdem ist er nun stolzer Besitzer eines elektrischen Skateboards. Sylvia gewinnt mit ihrem Foto einen 150-Euro-Gutschein und 2 Taschen, Laura nimmt einen Gutschein über 100 Euro und die Möglichkeit, an der Dance Academy teilzunehmen, mit nach Hause.
Die Sieger-Fotos gibt es in Kürze auch auf jugendfotos.de zu bestaunen. Wie alle anderen Fotos in der Community auch, sind sie CC-lizenziert und können, den jeweiligen Nutzungsrechten folgend, verwendet werden.
Treffpunkt WC
11. Oktober 2009, 16:30 Uhr - von IsgardAlso, ich finde den wirklich interessantesten Ort der diesjährigen YOU die Toiletten(vor-)räume.
In den letzten Tagen wurde ich immer wieder nach dem Weg gefragt.
Beeindruckend auch immer wieder die Fachgespräche über die Dienstkleidung und ob die nun gut oder nicht so gut aussieht.
Stylingsessions vor dem Spiegel gehören ja sowieso zum Alltag bei einer Jugendmesse.
Vorhin haben mich die jüngeren Besucherinnen beeindruckt, die im Gang ihre Tascheninhalte auskippten und sich ihre ergatterten Gewinne anschauten.
Mein absolutes Highlight jedoch: Eben wurde ich beim Händewaschen auf Kinder- und Jugendschutz im Internet angesprochen von einer Mutter, die Beratungsbedarf hatte.
Hacky-Sack = Footbag ???
11. Oktober 2009, 16:26 Uhr - von JohannesHeute habe ich mir mal zum Zeitvertreib für die besucherarmeren Zeiten meinen Footbag mitgenommen? “Was is’n en footbag?”, denkt ihr jetzt vielleicht. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten wissen was es ist, wenn ich das Wort Hacky-Sack benutze. Das haben nämlich auch alle benutzt die mich haben spielen sehen. Das führte dann aber gleich zu einer Intervention von mir.
Aber vielleicht sollte ich dazu erstmal erwähnen, dass diese Jahr die Footbag WM in Berlin war und ich hatte Karten dafür gewonnen (juhu). Vor der WM dachte ich auch immer HackySack und Footbag, dass ist doch bestimmt das gleiche. Aber das eine sportliche Weltmeisterschaft auch mal bilden kann zeigte dieses Event. Danach war mir nämlich eins ziemlich klar: ein Footbag ist nicht unbedingt ein HackySack. Für Footbags gibt es nämlich viele verschiedene Hersteller, meiner ist beispielsweise von Planetfootbag und einer dieser vielen Hersteller stellt auch die Marke HackySack her.
Hab’ ich heute also mal echte Bildungsarbeit auf dem Gebiet des Footbag-Sports betrieben.
education auf der YOU
11. Oktober 2009, 15:54 Uhr - von AnikaAlle Jahre wieder…
11. Oktober 2009, 15:44 Uhr - von Isgard1989 – Herbst des Aufbruchs und der Demokratie
11. Oktober 2009, 15:31 Uhr - von Promis
Ich war 1989 18 Jahre alt und lebte in Ostberlin. Spätestens nachdem im Sommer zehntausende Menschen aus der DDR geflohen waren, war deutlich, dass es so nicht weiter gehen konnte. Im Herbts begann die DDR sich mit den großen Demonstrationen in Berlin und v.a. in Leipzig, sehr grundlegend zu verändern. Spätestens nach dem Rücktritt Honneckers am 18. Oktober war klar, dass diese Veränderungen nicht mehr aufhaltbar waren. Überall fanden sich Menschen zusammen um zu diskutieren, wie es weiter gehen sollte. Offene Debatte, demokratischer Streit, selbstbewusstes Eintreten für die eigenen Überzeugungen, sich mit anderen Menschen zusammentun, die das gleiche wollten – all das wurde überall gelernt, geübt und praktiziert, gerade auch von Jugendlichen. Und viele, so auch ich machten die Erfahrung, dass man tasächlich etwas bewirken, etwas mitentscheiden konnte. Das Engagement lohnte sich. Der Mauerfall selbst, ging bei mir persönlich eher unter, weil ich mit anderen zusammen viel zu sehr damit beschäftigt war, mich in die rasend schnell ablaufenden Veränderungen einzumischen. Die große Demonstation am 4. November, an der mehr als eine Million Menschen teilnahmen (bei ca. 16 Millionen Einwohnern in der DDR), hat auf mich einen riesigen Eindruck gemacht. Auch an unserer Schule stand die Frage, wie Interessenvertretungen für Schülerinnen aufgebaut werden. Wir haben darüber diskutiert, wie wir uns gerade als Jugendliche auf sich abzeichnende demokratische Wahlen zu einem Parlament vorbereiten sollten. Aus der Erfahrung einer Diktatur alter Männer in der DDR diskutierten wir darüber, wie wir unsere Belangen als Jugendliche selbst in die Hand nehmen können und wollten dies nicht unbedingt den Parteien, ob alten oder neuen, überlassen. Wir gründeten unsere eigenen Jugendorganisationen, um zusammen mehr bewirken zu können.
Steffen Zillich, MdA Die Linke
Dance4live – Tanzen gegen Aids
11. Oktober 2009, 15:10 Uhr - von NoraDance4Life nennt sich eine internationale Initiative, die sich gegen die Verbreitung von AIDS und HIV einsetzt.
Dieses Jahr hier auf der YOU vertreten, machen sie mit einem speziellen Tanz und Musik auf die Problematik des Viruses aufmerksam. In der Schülerlounge (Halle 1.2) fand ein Workshop statt, bei dem Jugendliche diesen Tanz erlernen konnten.
Zum Abschluss des Workshops berichtete Sebastian als Beteiligter der Initiative, dass er HIV positiv sei. Er klärte die interessierten Jugendlichen auf, dass beim Sex mit einem anderen Partner unbedingt ein Kondom zu verwenden ist. Häufig ist nicht zu erkennen, dass jemand aidskrank ist. Jeder kann es sein, darum der Appell: Schütze dich beim Geschlechtsverkehr unbedingt mit Kondomen!
Wer mehr zum Projekt erfahren möchte, kann sich auf ihrer Website www.dance4life.de informieren.
Ausführliche Infos zum Thema Aids gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, beim e.V. der Aids-Aufklärung oder hier in unserer Halle am Stand der Berliner Aidshilfe.
Schon gewusst? Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag!
Gänsehaut am Bahnhof Friedrichstraße
11. Oktober 2009, 14:29 Uhr - von Promis
Wir mussten bis kurz vor Mitternacht arbeiten. Meine Frau und ich hatten aber im Laufe des Abends schon die unfassbar gute Nachricht empfangen. Die Mauer war offen. Ost Berlin war inzwischen wie leer gefegt. Also bekam man auch ein Taxi. Der Taxifahrer bringt uns zum Bahnhof Friedrichsstraße. Die geteilte Station mit der riesigen, bislang schier unüberwindbaren Stahlplatte zwischen den Bahnsteigen. Wir gehen hinein in den Tränenpalast. Ein Grenzer wirft einen Blick in die Personalausweise. Der Weg führt durch einen schmucklosen Tunnel. Neonlicht flackert. Gänsehaut. Ein Ambiente, wie der Weg in die Stasihölle. Aber das Gegenteil ist der Fall. Der Aufgang zum Bahnsteig. Den Bahnsteig, den bis heute nur Tante Trude aus Reinickendorf und Onkel Helmut aus Spandau betreten durften. Wir können es kaum fassen. Westerenhagens “Freiheit” klingt uns in den Ohren. Die S-Bahn fährt los. Tausendmal erlebt. Aber diesmal in die andere Richtung. Kurz vor Einfahrt Lehrter Bahnhof. Emotionen. Freudentränen werden nicht mehr unterdrückt. Der schönste Tag im Leben. Ein noch schönerer Tag sollte erst 6 Jahre später folgen.
Oliver Scholz MdA
EFORS ist keine NATO-Mission
11. Oktober 2009, 14:09 Uhr - von FrankBeim Über-die-Messe-Stromern ist mir noch ein interessanter Stand aufgefallen. Allerdings fällt die Annäherung ob diverserser Werbebanner nicht ganz leicht und herauszufinden, worum es geht, ist auch nicht ganz einfach bei EFORS. Was klingt wie ein Militäreinsatz (remember KFOR?) ist eigentlich ein Internet-Portal, welches vor einem Jahr an den Start gegangen ist und mir auf den ersten Blick gefallen hat.
Der etwas sperrige Name leitet sich von efors = erforschen, finden ab. Auf www.efors.eu möchten die Aktiven bei EFORS Themen, die junge Menschen interessieren, aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachten. Neben Artikeln, die von einzelnen Schreiberinnen und Schreibern verfasst und online gestellt werden, geht es v.a. darum, Presse-Stimmen zusammenzustellen und auf unabhängige Medien und Positionen aufmerksam zu machen, welche sowohl Themen abseits des Mainstreams als auch Mainstream-Themen aus völlig anderen Blickwinkeln besprechen.
Auf diese Weise sollen Probleme nicht einseitig dargestellt, sondern möglichst alle Facetten einer Debatte erfasst werden. Die Kooperationspartner, deren Quellen benutzt werden, reichen von so renommierten Redaktionen wie der der Deutschen Welle bis hin zu nicht weniger hochwertig arbeitenden Zeitungen von Studierenden. Die verwendeten Quellen sind nicht nur Texte, sondern auch Videos. Darüber hinaus erscheint das Portal in 5 Sprachen (!!!), darunter natürlich Deutsch und Englisch.
In diesem Jahr ist ein regionaler Ableger für Berlin gestartet. Auf berlin.efors.eu sind Nachrichten aus und über Berlin genauso vorhanden wie ein City Guide, der sich von den bekannteren Konkurrenten zitty oder tip insofern abhebt, dass er auch Läden “des täglichen Bedarfs” abdecken soll, wie Copy Shops oder Sprachschulen. Ihr merkt, ein Schwerpunkt liegt auf Infos für die Hauptzielgruppe des Portals: Studierende in Berlin.
Finanziert wird das Portal durch Werbung, da es keinen Verlag oder ähnliches im Rücken gibt. Dennoch nehmen die Macherinnen und Macher für sich in Anspruch, völlig unabhängig zu sein und das Bestreben danach nimmt man sowohl den Leuten als auch dem Portal ab.
Auch bei EFORS sind alle Interessierten eingeladen, sich einzubringen und das Team zu bereichern. Wenn ihr also Lust darauf habt, dann meldet euch einfach z.B. bei Thomas, der mir das Prinzip EFORS erklärt hat.
Einizger Wermutstropfen: Es ist natürlich schade, dass sich solch ein Projekt hinter plakativer Werbung wie “Bei uns bekommt ihr 5€-Handyguthaben geschenkt” verstecken muss, um seinen Stand bezahlt zu bekommen. Denn eigentlich ist Werbung das letzte, womit Journalisten Geld eintreiben müssen sollten.
Stell dir vor, es ist DSDS…
11. Oktober 2009, 14:06 Uhr - von Lisa… und keiner geht hin!
Anika und ich haben uns heute auf die Suche nach dem DSDS-Casting begeben. Von 10.00 bis 16.00 Uhr hatten alle interessierten Mädchen und Jungen ab 16 Jahren die Gelegenheit, auf der YOU in einem letzten Zusatz-Casting, ihr gesangliches Können unter Beweis zu stellen.
Eine einmalige Chance, ein Wahnsinns-Angebot, ein absolutes MUSS!
Daher waren wir auch fest davon überzeugt, gar nicht genau wissen zu müssen, wo das Casting eigentlich stattfindet: einfach loslaufen, dem Lärm der schreienden Massen folgen, sich von den Menschenströmen mitreißen lassen.
Aber da war kein Lärm (abgesehen vom normalen YOU-Lärmpegel), keine Menschenströme, kein Casting-Bereich. Ratlos wanderten wir durch die Hallen, fragten diverse Sicherheitskräfte, liefen schließlich sogar durch ekligen Nieselregen um die Hallen herum auf der Suche nach dem Wahnsinns-Ansturm.
Wir sind sogar mit dem Fahrstuhl ins Untergeschoss gefahren um an einer ausgestorbenen Garderobe eine ebenso ratlose Messemitarbeiterin zu befragen, die uns wieder nach oben schickte. Es war weit und breit nichts zu sehen.
Schließlich fanden wir einen Mann, der uns Auskunft geben konnte. Er zeigte auf zwei Tische und vier unbesetzte Stühle, die einsam und allein auf weiter Flur hinter der Absperrung standen. “Ja, da war die Registrierung, aber die sind schon wieder weg.” – “Was? Aber das Casting geht doch bis 16.00 Uhr, wo sind die denn alle hin.” – “Wie, alle? Da war doch nur einer!” – “WAS? Aber wir dachten, hier wäre riesiger Ansturm..” – “Ja, hier ist ja auch Ansturm – aber nicht fürs Casting.”
Aha. Tja. Hm. Und nun? So war das nicht geplant.
Aber auf die Ernüchterung folgt gleich die schmerzliche Erkenntnis: Nur einer? Dann hätten wir ja auch mitmachen können! Da hätten wir ja ECHTE CHANCEN gehabt!
Aber es ist wie immer: Wir sind zu spät.
Das ist die YOU – wir sind eben nicht nur zu alt, sondern auch noch zu langsam.
Marshmallow-Figur beim Grundübertritt
11. Oktober 2009, 13:08 Uhr - von Promis
Als die Mauer fiel, war ich frische 9 Jahre alt und bin im Osten der Stadt direkt in Grenznähe zu Rudow aufgewachsen. An dem Tag, am 9. November stand eigentlich eine Mathe-Arbeit an und ich, die ich auf die Grundschule in Schönefeld ging, hatte vorher noch 2 Stunden Sport. Sport fand ich nicht so toll, weil ich immer schlecht im Boden-Turnen war, aber wir spielten in der Halle 2 Felder-Ball. Ausnahmsweise hielt ich mich ganz gut im Spiel und war die Letzte, die noch nicht vom Ball getroffen, im Spiel war. Leider war ich dem geballten Angriff dann doch nicht gewachsen und stürzte beim Ausweichen der Bälle über einen Ball und fiel – das knacksende Geräusch ist mir bis heute in den Ohren mit dem mein Schlüsselbein brach. Der Rest war ganz schön schmerzhaft, da wir im Sportunterricht als Mädchen Turn-Body tragen mußten und der Arm einfach nicht mehr einzuklappen ging, mußte das Teil aufgeschnitten werden.
Meine Eltern waren auf dem zivilen Flughafen Schönefeld angestellt: meine Mutti als Krankenschwester bei der Interflug-Fluggesellschaft und mein Papa als Radar-Ingenieur. Da meine gesamte Verwandtschaft im Westteil Deutschlands wohnte, durften meine Eltern nicht auf dem Militärflughafen Cottbus arbeiten, wo ich selbst geboren bin. Im Nachgang war das das Beste, was uns passieren konnte, weil ich so nicht nach Schönefeld und nach Berlin gekommen wäre, und meine Eltern dauerhaft bis zur Rente Arbeit hatten.
So wurden meine Eltern angerufen, mich abzuholen und zum Betriebshof Schöneweide zu fahren, wo die Ärzte eben einen Schlüsselbeinbruch feststellten und mir einen sog. “Rucksackverband” anlegten, der schmerzhaft meine Schultern richtete und mich wie ein “Marshmallow-Männchen” unförmig und tapsig machte. Es war schon schwierig in unseren kreischgrünen Trabi “Henriette” ein- und auszusteigen, aber es ging irgendwie. Abends sind wir dann schnell und überstürzt über den Grenzübergang Waltersdorfer Chaussee (Rudow) zu Fuß gelaufen: Himmel und Menschen waren unterwegs und es tat ganz schön weh in dem Gedränge mit einem frischen Bruch. Die Menschen waren aber supi nett und solidarisch, haben mich hoch gehoben oder mich sitzen lassen.
Auf dem Bahnsteig der U-Bahn in Rudow bekam ich 5 Mark geschenkt und habe nicht wirklich verstanden, warum die Menschen weinten oder uns umarmten, wildfremde Menschen für sie. Gummibärchen bekam ich zugesteckt und eine Kiwi – ich habe mich nicht getraut sie zu essen, sah ja aus wie eine haarige Kartoffel und solch exotisches Obst kannten wir ja nicht.
Wir haben uns dann irgendwie zu entfernten Verwandten durchgeschlagen, bei denen wir abends aßen. An den Rest der Nacht oder wie wir nach Hause kamen, kann ich mich heute nicht mehr erinnern. Aber an meinen “Marshmallow-Anzug” und die weinenden Menschen sehr wohl.
Mein Leben war dann schon anders im Verlauf: im Jahr darauf besuchte ich meine Verwandten in Heidelberg und zum ersten Mal McDonald’s, ich wäre nicht als Kindermädchen nach Amerika gegangen oder hätte in Schweden studiert.
Jetzt bin ich als jüngste Abgeordnete meiner SPD-Fraktion für Stadtentwicklung zuständig, und sehe immer noch die Brüche in der Stadt, trotz Sanierung und Neubau. Ich werde immer an die Teilung erinnert im Berliner Abgeordnetenhaus, da die Teilungslinie im Boden eingelassen ist. Ich habe aber auch erfahren, dass Verwandte meine Familie bespitzelten oder wie “Wessis” Unerfahrenheit ausnutzten. Ich weiß heute, warum ich als Schwimmerin im Leistungssport nicht an den Trainingslagern im “nicht-sozialistischen” Ausland teilnehmen durfte – im soviel Westverwandtschaft hätte ich ja fliehen können. Vielleicht wäre mein Leben anders verlaufen, wenn ich diese Hindernisse nicht gehabt hätte – das war schon schade, obwohl viele Menschen sehr viel schlimmer dran gewesen sind als meine Familie und wir keine direkten Repressionen fühlten.
Heute bin ich sehr froh, dass ich die Freiheit habe, meine Meinung auszusprechen, zu schreiben oder einfach Dinge zu tun, die früher in der DDR nicht möglich gewesen wären. Ich kann heute überall auf der Welt studieren, arbeiten und Menschen besuchen. Ich kann essen, wann und was ich will, lesen und hören was ich will und nicht dann, wenn mal etwas da ist oder jemand etwas zensiert hat.
Ich kann ich sein: zu jeder Zeit und an jedem Ort!
Ellen Haußdörfer, MdA
Jemand ‘ne Couch für’s Wohnzimmer?
11. Oktober 2009, 12:56 Uhr - von FrankFür diesen Fall können wir euch dieses stilvolle Möbel empfehlen, welches sich unweit von unserem Stand in Halle 1.2 bei schuelerVZ befindet.
Allerdings hat es lange gedauert, bis wir regelmäßiges Schreien oder viel mehr Kreischen ekstatischer Mädels in der Halle dort verorten konnten. Wir waren schon froh, dass nichts Schlimmes passiert, wenn die Damen wieder mal unsere Trommelfelle strapazieren. Auslöser der anfallähnlichen Signale sind i.d.R. Teenie-Bands, bei denen unser Team leider passen muss.
So lang es den Fans gefällt.
Ich hätte allerdings gerne mal jemanden von den schuelerVZ-Spezialkräften gesprochen, welche langjährige Ausbildung, die wohl durchlaufen mussten, um sich sicher auf dem Plaste-Monstrum zu halten.
Friedrichshain und Johanna
11. Oktober 2009, 12:39 Uhr - von Promis
Weit weg von Berlin war ich vor 20 Jahren und ahnte nicht einmal, dass ich im Abgeordnetenhaus von Berlin als Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für Migrationspolitik zuständig sein würde. In einem mittelständischen Betrieb arbeitete ich ich als kaufmännische Angestellte und war für Dinge wie Buchführung oder Personal zuständig. Es kam ein Ehepaar, dass aus der DDR geflüchtet war und sich am Niederrhein eine neue Existenz aufbauen wollte. Lediglich die Bilder in den Medien ließen erahnen, was in Berlin los war. Mich hat vor allem bewegt, wie glücklich die Menschen waren. Damals wusste ich auch noch nicht, dass ich später einmal in Friedrichshain wohnen und als Abgeordnete ins Berliner Parlament gewählt werden würde. Ich wusste nur, dass ich mehr über den Osten und Berlin wissen will. Der Aufbruch und die Kraft des Wechsels haben mich beeindruckt. Ohne den Mauerfall würde es meine Tochter Johanna gar nicht geben. Denn ihr Vater und ich wären uns getrennt durch die Mauer nie begegnet. Daher bin ich allen Menschen dankbar, die an dem Fall der Mauer beteiligt waren. Ich lebe mit meiner Tochter gerne Friedrichshain.
Canan Bayram, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin
Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Geteilte Kindererinnerung
11. Oktober 2009, 12:04 Uhr - von Promis
Als die Mauer am 9.11.1989 fiel war ich vier Jahre alt. An den Tag selbst habe ich keine konkrete Erinnerung mehr. Auch die “subjektiven Gefühle und Ängste” der damaligen Zeit habe ich nicht unmittelbar erfahren. Eine Tour durch die Berliner Unterwelten verdeutlicht aber eindrucksvoll einige dieser Teilaspekte der Teilung.
Aufgewachsen in West-Berlin, eine Familie in Westdeutschland und regelmäßige Urlaube nach Dänemark prägen meine Erinnerung der vor 90er Jahre. Konkret: mit dem Auto am Innerdeutschengrenzübergang Dreilinden zu stehen, die für mich damals unerklärlichen Spiegel unter dem Auto und die drückende Stille meiner Eltern zu spüren – dann die ewig lange und holprige Autofahrt zu meinen Großeltern ins Fichtelgebirge oder mit dem Nachtzug unerklärbar lang irgendwo zwischen Leipzig und der Grenze ( Richtung Bayern) zu stehen. Damals sind wir häufig mit der Fähre nach Dänemark gefahren. An eine Fahrt erinnere ich mich bis heute. Nach den üblichen Ängsten wir könnten die Fähre verpassen (da es mal wieder länger an den Grenzübergängen dauerte), erreichten wir das Schiff und gingen auf Deck. Der Seewind wehte uns um die Nase und die Spannung fiel spürbar von meinen Eltern ab. Wir standen noch im Hafen und plötzlich sagte mein Vater “Puh – jetzt sind wir in Dänemark”. Das war für mich so unverständlich, mitten in Warnemünde und wir waren in einem anderen Land. Ich glaube damals ist mir wirklich bewusst geworden, dass es da Menschen gibt, die diesen Schritt auf die Fähre nicht machen können.
Heute Zwanzig Jahre später lebe ich wie selbstverständlich in Berlin-Friedrichshain (ehemals Ost), fahre täglich mit dem Rad durch Kreuzberg ins Büro und verbringe meine Wochenende gerne in der Uckermark. Wenn ich nicht wie gestern am Alexanderplatz gegen den Neonaziaufmarsch auf die Straße gehe und heute die You auf dem Messegelände besuche und dabei jedesmal die ehemalige Mauer zwischen Ost und West überwinde. Schön, dass diese Wege heute selbstverständlich und völlig normal in Ost und West sind. Nur manchmal sollte mensch sich daran erinnern. Mauern sind dazu da sie EINZUREISSEN und davon können wir BerlinerInnen erzählen!
Clara Herrmann, MdA und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Aus jung mach alt…
11. Oktober 2009, 12:03 Uhr - von AnikaZurück vom Makeover werden wir am Stand von erstaunten Blicken empfangen und hören als erstes: “Ihr seht plötzlich viel älter aus!” Wie konnte es so weit kommen?
Unser ursprünglicher Plan, uns beim Mädchen-Bus “verschönern” zu lassen, mussten wir nach 10minütigem Schlange stehen leider verwerfen. Erfahrene Teilnehmerinnen auf dem warteplatz hinter uns berichteten: “Da in den Bus muss man sich anmelden, da muss man seine Daten angeben.” Daten? Was für Daten? Da werden wir, geprägt von unseren Datenschutzkollegen am Stand natürlich gleich hellhörig. “Na, Name, Adresse, E-Mailadresse – Handynummer glaube ich nicht”, heißt die selbstverständlich klingende Antwort. Und wofür brauchen die das? “Ja, man wird dann am Ende so fotografiert und im Internet können die Leute abstimmen. Wer die meisten Stimmen bekommt, wird das nächste Mädchen Cover-Girl.” Das klingt wirklich verlockend, aber war uns die Daten dann doch nicht wert. Öhem…
Wir ziehen also weiter zum Stand der Friseurinnung Berlin in der Hoffnung, dort wenigstens mit einer schönen Frisur versehen zu werden. Ganz nach dem Motto blond gegen braun begeben wir uns in die fachfrauischen Hände der ebenfalls passenden blonden und schwarzhaarigen Friseurinnen. Während Lisa mit dem Lockenstab malträtiert wird, spüre ich die Spitzen der Haarnadeln über meine Kopfhaut kratzen und beobachte, wie auf meinen Kopf ein Nest aus hochtoupierten Haarwellen entsteht.
Und das Ergebnis: Wir fühlen uns beide etwas fremd und fragen uns, ob wir die langsam beginnende Selbstzerstörung der Frisur durch ein paar gekonnte Handgriffe unterstützen sollten.
Hilfe – ich bin ein Makeover-Unfall!
11. Oktober 2009, 11:54 Uhr - von LisaLiebes Dr. Sommer-Team,
ich arbeite gerade auf der YOU und habe mich von meinen Teamkollegen überreden lassen, mir an einem Styling-Stand eine neue Frisur verpassen zu lassen.
Leider lief das überhaupt nicht so, wie ich mir das gedacht hatte. Die Frieseurinnen sahen alle schon so aus, als ob sie nicht besonders viel Geschmack in puncto Haarstyling hätten. Und auch die Mädchen, die mit glitzernden, haarspray-betonierten Turmfrisuren von den Stühlen aufstanden, hätten mir eine Warnung sein müssen. Aber ich hatte ja gesagt, dass ich es mache – deshalb habe ich mich auch nicht getraut, einen Rückzieher zu machen.
Und dann fing sie an, mir einen kleinen Zopf zu flechten und den Rest der Haare zu kleinen “Goldlöckchen” einzudrehen und ich sehe aus, wie ein wildgewordener Pudel. (Ich glaube, eine ähnliche Frisur hat mir in der 8. Klasse mal den Spitznamen “Lisa-Löwe” eingebracht..)
Und jetzt ist es erst 11.51 Uhr und ich muss noch den Rest des Tages zwischen all den Menschen so rumlaufen und das ist mir so peinlich.
Was soll ich nur tun?
(Lisa, 23)

