Friedrichshain und Johanna
Weit weg von Berlin war ich vor 20 Jahren und ahnte nicht einmal, dass ich im Abgeordnetenhaus von Berlin als Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen für Migrationspolitik zuständig sein würde. In einem mittelständischen Betrieb arbeitete ich ich als kaufmännische Angestellte und war für Dinge wie Buchführung oder Personal zuständig. Es kam ein Ehepaar, dass aus der DDR geflüchtet war und sich am Niederrhein eine neue Existenz aufbauen wollte. Lediglich die Bilder in den Medien ließen erahnen, was in Berlin los war. Mich hat vor allem bewegt, wie glücklich die Menschen waren. Damals wusste ich auch noch nicht, dass ich später einmal in Friedrichshain wohnen und als Abgeordnete ins Berliner Parlament gewählt werden würde. Ich wusste nur, dass ich mehr über den Osten und Berlin wissen will. Der Aufbruch und die Kraft des Wechsels haben mich beeindruckt. Ohne den Mauerfall würde es meine Tochter Johanna gar nicht geben. Denn ihr Vater und ich wären uns getrennt durch die Mauer nie begegnet. Daher bin ich allen Menschen dankbar, die an dem Fall der Mauer beteiligt waren. Ich lebe mit meiner Tochter gerne Friedrichshain.
Canan Bayram, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin
Sprecherin für Migrations- und Integrationspolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

