Endlich ist sie weg, die verfluchte Mauer!
In manchen Köpfen steht sie noch. Sie dort einzureißen, ist die Aufgabe der Politik. Manche verharmlosen die Mauer, viele haben sie gar nicht mehr erlebt…
…ich habe am 9. November 1989 von westberliner Seite aus, live, erlebt, wie sie fiel. Ich war am Grenzübergang Invalidenstraße, wo sich auf westberliner Seite ein paar hndert Menschen versammelt hatten und in Richtung Ostberlin schrien “Wir wollen rein!”. Plötzlich wichen die Grenzer zurück und ließen die Trabbis und die Fußgänger aus Ostberlin in den Westen durchlaufen. Manche Trabbi-Fahrer fuhren im Schlafanzug. Sie hatten, als sie vom Fall der Mauer hörten, keine Zeit verlieren wollen und waren aus dem Bett in die Trabbis gesprungen. “Wie kommen wir zum Kudamm?”, fragten die meisten. Ich ging dann mit anderen Westberlinern, unter ihnen der Schriftsteller Hans-Joachim Schädlich, zum Brandenburger Tor über die Friedrich- und Lindenstraße und trafen dort auf eine Postkette von Soldaten, die das Brandenburger Tor bewachten. Nach kurzer Diskussion mit ihnen teilte sich die Postenkette und wir standen unter dem Brandenburger Tor. Wir heulten und jubelten. Alles andere ist bekannt.
Dr. Uwe Lehmann-Brauns

